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Der ideale Reifendruck für Rennrad Reifen

Über 105.000 km habe ich auf dem Rennrad mit allen möglichen Laufradsätzen und Schlauchreifen wie auch Faltreifen (auch Drahtreifen) von vielen Herstellern absolviert. Über die Zeit hat sich eine Formel für den optimalen Luftdruck in meinen Rennradreifen ergeben, die ich hier einmal wiedergeben möchte.

Zunächst sollen aber einmal die wesentlichen Faktoren genannt werden. Das Gesamtgewicht aus Fahrer, Rennrad, Bekleidung spielt die tragende Rolle. Aber auch das Wetter und die verwendeten Laufradsätze wie auch Reifen sind von großer Bedeutung für den richtigen Luftdruck. Letztlich ist es wichtig, dass man die Fahrweise in die Wahl einbezieht.

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Den richtigen Reifendruck für das Rennrad zu errechnen ist eigentlich sehr einfach. Es gibt Auf- und Abschläge auf einen gewissen Basisluftdruck. Diese habe ich hier in Prozent zum Basisluftdruck des Rennradreifens angegeben. Zuerst die Auf- und Abschläge zu einer Prozentzahl verrechnen und dann von der genannten Basissumme abziehen oder hinzurechnen.

Der Basisdruck bezieht sich auf einen 28 Zoll, 22er Continental Faltreifen mit Black Chilli Compound bei trockener Strasse, ohne Sonne und 15 Grad Lufttemperatur, Carbonrahmen, Carbonlaufrad, Carbonvorbau und Carbonsattelstütze.

Der Reifendruck (als Basis) ist dann das Gesamtgewicht von Fahrer, Material, Klamotten, Trinkflaschen, … (alles was auf dem Reifen lastet) geteilt durch 11,3. Für einen 80 kg Fahrer mit 10 kg sonstigem Gewicht ergibt sich quasi ein Reifendruck von 7,96 bar.

Anfänger und Wenigfahrer: -3%
Experten / Vielfahrer: +4%

Tour bis 2 Std.: +3%
Tour über 4 Std.: -2%

Aluvorbau: +2%
Alusattelstütze: +1%
Alurahmen: +1%
Alulaufrad: +3%

Starke Sonne (Asphalt deutlich wärmer als Luft): +3%
Strasse nass / wenig Regen: -7%
starker Dauerregen: -13%
je 5 Grad unter 15 Grad Lufttemperatur: -2%
je 3 Grad über 15 Grad: +1%

bei NoTube Pannenmilch im Schlauch: +2%
bei BlueDoc Pannenmilch: +3%

Schlauchreifen: +16%
sind diese mit Band statt Kit geklebt: -2%

je mm weniger Breite statt 22 mm: +2%
je mm weniger Breite als 22 mm: -3,5% (gilt bis 28 mm)

Michelin Pro 4 Faltreifen: -1%
Continental Grand Prix 4000S Faltreifen: +1%
Continental Competition: +2%
Continental Sprinter: +3%
Continental Sprinter Gator: -1%
Continental Giro: -2%
Schwalbe Ultremo R.1 Faltreifen: +1%
Michelin Pro 3 Race Faltreifen: -2%
Schwalbe Ultremo ZX Faltreifen: +2%
Tufo S3 Lite 215 Schlauchreifen: +1%

Tufo Elite Pulse Schlauchreifen: +2%
Tufo S3 Lite 195: +3%
Tufo Elite Jet 160 Schlauchreifen: +2%
Tufo Hi-Composite Carbon Schlauchreifen: +2%

Vittoria Revo KXS Faltreifen: -3%
Vittoria Corsa Evo CX 320 Schlauchreifen: -1%
Vittoria Corsa Evo SC Schlauchreifen: +1%
Schwalbe Ultremo Aqua Faltreifen: -1%
Challenge Tech Criterium Seta Extra Schlauchreifen: +3%

Jetzt geht es also an das Rechnen, wobei man dies nur einmal machen muss und es dann immer leicht anhand des Wetters anpassen muss.

Bei schlechten Strassen kann man einfach auf den Komfortmodus schalten und den Luftdruck reduzieren. Bei langen Rennen habe ich oft einen Laufradsatz im Auto, der einen breiteren Schlauchreifen mit etwas weniger Druck aufgezogen hat. Dann kann man auch z.B. Nachts auf diesen wechseln und die nicht gesehenen Wellen im Strassenbelag schlagen nicht so in die Hände. Für Feedback bin ich jederzeit dankbar – vielleicht kann man die Formel noch optimieren.

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Kommentare

René Klinger 19. Mai 2019 um 05:35

Bei leichten Fahrern passt die Formel nicht so ganz. Bei 55 kg Körpergewicht plus etwa 10 kg für Rad, Bekleidung, Trinkflaschen, würde der errechnete Luftdruck nur 5,75 Bar betragen. Ob der Pannenschutz gegen Durchschläge da noch gewährleistet ist, bezweifele ich.

Antworten

Olaf 19. Mai 2019 um 13:22

Das sollte bei 55kg aber reichen. Klar kann man da mehr Druck verwenden, aber Du wirst dann nicht so ideal rollen. Probier es mal aus.

Antworten

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