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Effektives Radsport Training mit der Methode Obree

Im Radsport haben sich über die Jahrzehnte, die der Sport im professionellen Umfeld bereits besteht, einige Disziplinen und noch viel mehr Trainingsmethoden entwickelt. Einige davon basieren rein auf Erfahrungswerten, viele wiederum haben einen wissenschaftlichen Hintergrund oder wurden inzwischen um einen solchen erweitert.

Dann gibt es da noch die Trainingsmethoden, die von einzelnen Profis aufgestellt wurden bzw. mit denen einzelne Profis echte Erfolge feiern konnten. Ein Beispiel für einen solchen Profi ist Graeme Obree. Der schottische Bahnrennradfahrer wurde als der Flying Scotsman bekannt, bedingt durch seine außergewöhnliche Technik. Ich werde dir in diesem Beitrag hier etwas mehr über das Radsport-Training mit der Methode von Obree beibringen.

Wer war Graeme Obree?

Zugegeben, wenn du hier gerade als Profi unterwegs bist, wirst du das Radsport-Training mit der Methode von Obree wahrscheinlich bereits kennen. Zu groß ist der Ruhm, den er einerseits durch sein eigenartiges Training und seine Technik abseits der Norm, letztlich aber auch durch die Erfolge, die er damit feiern konnte, erlangt hat.

Der schottische Bahn- und Straßenrennradfahrer wurde im englischen Nuneaton geboren, zog kurz nach der Geburt aber in die Heimat des Vaters nach Schottland. Graeme Obree stellte im Jahr 1993 und 1994 Stundenweltrekorde im Bahnradfahren auf und wurde 1993 und 1995 Weltmeister in der Einerverfolgung. Dies verdankte er natürlich nicht zuletzt dem nach ihm benannten sogenannten Radsport Training mit der Methode von Obree.

The Obree Way

Graeme Obree hat seine Trainingsmethoden und seine Technik in einem Buch festgehalten. Es heißt „The Obree Way“ und handelt von ihm und seinem Leben, seiner Erfahrung. Einige Inhalte des Radsport-Trainings mit der Methode von Obree sind heute überholt. Andere wiederum sind interessant zu betrachten – schon alleine, weil sie so speziell sind. Wer Lust auf ein Buch aus dem Radsport hat, ich kann es nur empfehlen. Ein Buch von einem Profi, der seine Erfahrungen teilt und seine Technik verrät – die Atemtechnik beispielsweise hat er über ein Jahrzehnt vor der Konkurrenz geheim gehalten.

Atemtechnik von besonderer BedeutungRadsport Training mit der Methode Obree

Tatsächlich finde ich am Radsport-Training mit der Methode von Obree vor allem die Atemtechnik beachtenswert. So soll die Sauerstoffaufnahme effizienter werden, indem man die Luft vorwärmt: Versuche einfach, gleichzeitig durch Nase und Mund zu atmen, wobei die Zunge oben am Gaumen anliegt. So wird die Luft vorgewärmt und feuchter.

Wenn dir das schon zu verrückt klingt, dann warte die bekannte 3-Atemzug-Technik ab: Normalerweise atmet man beim Rennradfahren nicht tief ein und aus, sondern man atmet „hart“. Das heißt: Atme so, dass pro Atemzug etwa 30% der Luft in der Lunge ausgetauscht werden. Obree jedoch hat eine andere Atemtechnik entwickelt, die in 3 Atemzügen mehr Luft beziehungsweise Sauerstoff auswechseln soll, als die harte Atmung: Der erste Atemzug ist tief, wobei vorher tief ausgeatmet wurde. Der zweite Atemzug wiederum ist halb so tief, der dritte wiederum ein Viertel so tief. Dann beginnt man wieder von vorne. Das soll die Sauerstoffaufnahme ebenfalls effizienter machen.

Pedaltechnik mal anders

Gerade als Anfänger ist man oft überrascht, wenn man beim Einstieg in den Rennradsport von einem runden Lauf im Zuge der Pedaltechnik liest. Ich sehe immer wieder Einsteiger, die „einfach mal in die Pedale treten“ und dabei weder auf einen runden Lauf achten noch anderweitig an ihrer Pedaltechnik interessiert sind.

Tatsächlich ist aber auch das – wie so vieles – eine Wissenschaft für sich. Etabliert ist seit Langem, auch Kraft beim Hochziehen auszuüben und nicht etwa nur beim eigentlichen Treten. Letzteres kennt jeder, selbst Kinder, die Fahrrad fahren lernen. Ersteres wiederum geht mit normalem Schuhwerk nur sehr bedingt. Wer mit Absatzschuh gefahren ist, mag das schon einmal beim normalen Fahrrad fahren gemacht haben. Doch die meisten Einsteiger haben noch nie in die Pedale „gezogen“.

Das ist auch der Grund, weshalb Profis das alles zur Genüge kennen. Dieser Tipp steht in so vielen Büchern und Artikeln, manche können es fast schon nicht mehr hören. Wenn du die Kraft messen willst, welche du auf die Pedale ausübst, kann ich dir die Verwendung eines Powermeters empfehlen. Mit diesem Tool trainieren nämlich auch viele Profiradsportler.

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Radsport Training mit der Methode von Obree – die Pedaltechnik

Obrees Methode, in die Pedale zu treten, bringt da endlich einmal etwas Abwechslung. Etwas Neues. Laut Obree gibt man kurz vor dem Heruntertreten einen kleinen Kick nach vorn. Das widerspricht ein Stück weit dem runden Lauf, könnte man meinen. Der sorgt für eine möglichst effiziente Kraftverteilung über eine Umdrehung. Außerdem mindert er die durch falsche Bewegung verursachten Kräfte.

Eine falsche Bewegung ist dabei jede Bewegung, deren Kraft nicht genau tangential zur Kreisbewegung der Pedale ausgeübt wird. Denn nur so wird 100% der Kraft in die Bewegung des Pedals bzw. der Kurbel gesteckt. Andernfalls drückt man quasi umsonst nach außen, wenn auch „nur“ zu einem gewissen Teil.

Der runde Lauf steht also nicht im Widerspruch zum Kick von Obree, wenn dieser denn innerhalb dessen ausgeführt wird. Spätestens, wenn nun noch die Biomechanik zur Betrachtung hinzukommt – denn vielleicht ist es aus dieser Sicht ja effektiver, doch einen kleinen Teil nicht tangential zu treten – wird man sich der Komplexität einer einfachen Pedalbewegung bewusst.

So ist es durchaus denkbar, dass es für verschiedene Manöver auch verschiedene Pedalbewegungen geben kann. Außerdem sollte man die Abhängigkeit zur individuellen Person nicht vergessen. Was mir hilft, muss bei dir also nicht gleich zum selben Ergebnis führen. Schließlich haben Menschen genetisch bedingt auch körperliche Unterschiede.

Die Muskeln beispielsweise bestehen je nach Genetik zu unterschiedlichen Anteilen aus fast und slow twitch bzw. schnellen und langsamen Muskelfasern. Letztere sind für die Ausdauer gut, Erstere für die Kraft und die Schnelligkeit. Hinzu kommen Unterschiede in der Größe und damit auch in der Beinlänge – was wiederum dazu führt, dass man längere Kurbeln und größere Übersetzungen nutzen kann.

Das Radsport Training mit der Methode von Obree aus Sicht der Intensität

Obree hat auch hinsichtlich der Intensität eine eigene Trainingsmethode. Sie ist zugegebenermaßen deutlich einfacher, als etwa die Atemtechnik oder der Fußkick – zumindest, was die Koordination betrifft. Dafür ist der körperliche und mentale Anspruch sehr hoch.

Obree selbst hält nicht wirklich viel von Intervalltraining. Wie du vielleicht weißt, habe ich das in dem einen oder anderen Artikel schon erwähnt und vorgestellt. Ziel dabei ist die Erreichung kurzfristiger Sauerstoffschuld bzw. das Trainieren an der anaeroben Schwelle. Die Belastungsspitzen sollen zu einer entsprechend verstärkten Anpassung des Körpers führen. Dabei muss man zudem auf den Puls achten. Die Kombi mit weiteren komplizierten Trainingsmethoden ist ebenfalls notwendig.

Obree hält es deutlich einfacher, was die Organisation anbetrifft. Zwar ist er ebenfalls der Meinung, dass das Ziel das Training bestimmt: Wer also für das Zeitfahren trainiert, trainiert anders als einer, der bald einen mehrtägigen Marathon fährt. Doch bilden die meisten Trainingsarten die echte Anforderung nicht vollumfänglich nach. Obree hingegen sieht hier den Unterschied: Laut ihm soll sich das Training sowohl im Hinblick auf die Intensität als auch auf den Ablauf möglichst mit dem späteren Wettkampf überschneiden.

Zwei Aspekte sind Obree beim Radtraining dabei besonders wichtig:

  • Erstens: Das Fahren, bis die Glykogenspeicher leer sind – leer im Sinne von ausgelaugt bzw. „leerer als vorher“. Das heißt: kein Essen vor und während des Trainings, aber direkt danach. […]
  • Zweitens: Das Fahren mit aller Kraft, mit allen Ressourcen. Das kennen manche vom Intervalltraining – allerdings nur wenige Sekunden, maximal wenige einzelne Minuten am Stück. Bei Obree hingegen sieht die Sache schon krasser aus: 30 – 40 Minuten gibt man hier alles, was geht. Wenn auch du dich dazu entscheidest solch ein hartes Training durchzuführen kann ich dir empfehlen dies nur mit einem Brustgurt wie beispielsweise dem Garmin HRM durchzuführen. So kannst du nämlich kontrollieren, ob wann du deine Powereinheut abbrechen musst, da dein Körper zu sehr überfordert ist.

Radsport Training mit der Methode von Obree  – das mentale TrainingObree Methode

Gerade die letzte Übung hat es in sich. Das Körperliche ist dabei gar nicht das Problem – wenn du wenig leisten kannst, dann leiste eben weniger. Es heißt ja, „alles, was geht“. Viel schwerer ist es, das wirklich über die Zeit durchziehen. Deshalb, aber auch aufgrund des Trainings und der Wettkämpfe allgemein, spielt das mentale Training bzw. die mentale Stärke ebenfalls eine wichtige Rolle bei Obree.

Um es mit den Worten von Steve Peters zu beschreiben – ein sehr angesehener Psychologe, der das Chimp Paradox postulierte. Bei Interesse google einfach dazu, es wird spannend, wenn du psychologieinteressiert bist, soviel kann ich versprechen.

Falls du bisher noch nichts von Graeme Obree und dem Radsport-Training mit der Methode von Obree gehört hast, empfehle ich dir, dich in das Thema einzulesen. Ob dir seine Tipps gefallen und du sie umsetzen möchtest, bleibt selbstverständlich dir überlassen.



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