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Radsport Training nach Watt – was sich dahinter verbirgt und was es bringt

Beim Radsport gibt es im Training verschiedene Optionen für eine genaue Aufzeichnung der Leistung. Oft ist nur von der Pulsfrequenz und vielleicht noch von der ebenfalls aussagekräftigen Trittfrequenz die Rede. Immer beliebter und für ambitionierte Sportler von Interesse ist dabei das Radsport Training nach Watt. Im Folgenden verrate ich dir, warum ich dir ab einem bestimmten Punkt das Training nach Watt nahelege.

Ist Radsport Training nach Watt wirklich sinnvoll?

Die ganz kurze Antwort: Ja! Aber nicht immer und nicht für jeden. Ganz so einfach ist es damit doch nicht zu beantworten, ob Radsport Training nach Watt die ultimative Lösung ist. Denn ein Blick auf die Trittfrequenz oder auf die Pulsfrequenz ist ebenfalls nicht verkehrt. Doch das reine Training nach der Pulsfrequenz bietet ganz klar Nachteile, da die Leistung beim Radsport von vielen Faktoren abhängt.

So überschätzt man sich meiner Erfahrung nach vollkommen, wenn man sich nur auf das subjektive Empfinden beim Radsport verlässt. Die Pulsfrequenz reagiert nicht immer unmittelbar, sondern stets mit einer gewissen Verzögerung. Ein Beispiel: Du fährst unter Berücksichtigung der Pulsfrequenz einen Berg hoch. Der Puls steigt aber nicht sofort an, sondern erst nach einer gewissen Verzögerung. Dadurch ist es sehr schwer, eine gleichmäßige Leistung zu erzielen. Natürlich ist das Training nach der Pulsfrequenz in verschiedenen Momenten ebenfalls vorteilhaft.

Training außerhalb der Komfortzoneradsporttraining nach watt

Jedoch nicht immer, da du so in bestimmten Momenten keine aussagekräftige Auskunft über deine wahre Leistung erhältst. In einem Wettkampf ist es sogar noch wichtiger, nicht nur auf die Pulsfrequenz zu achten. Der Puls steigt aufgrund der Wettkampfsituation und des höheren Adrenalinpegels an. Das Tempo alleine ist definitiv auch kein guter Gradmesser, da sich viele Radsportler am Anfang stark überschätzen. Eine gleichmäßige Leistung zu erzielen ist deutlich wichtiger und ganz klar nicht zu unterschätzen. Eine solche gleichmäßige Leistung musst du aber erst einmal schaffen. Ohne eine gewisse Überprüfung ist das selbst für professionelle Radsportler kaum möglich.

An dieser Stelle kommt das Radsport Training nach Watt zum Einsatz. Ich habe mit dieser Trainingsform gerade bei hügeligen und bergigen Strecken genau wie in Wettkämpfen sehr gute Erfahrungen gemacht. Allerdings steht es fest, dass du für das Radsport Training nach Watt in der Lage sein musst, über deine Komfortzone hinaus zu trainieren. Die durchschnittlichen Wattwerte auch über längere Strecken und bei Hügeln einzuhalten ist alles andere als bequem. Ein wenig Leistungswillen musst du daher in jedem Fall beim Radsport Training nach Watt mitbringen.

Wer unbedingt auf Radsport Training nach Watt setzen sollte

Nicht jeder Radsportler oder Hobbysportler zieht einen Vorteil aus dem Radsport Training nach Watt. Denn wenn es dir vor allem um deine Ausdauer, deine Gesundheit oder Fitness oder um den Radsport als Hobby geht, brauchst du einen Wattmesser nicht unbedingt. Ganz anders sieht es aber bei ambitionierten Radsportlern aus, die sich wirklich ganz gezielt verbessern wollen.

Du willst kontinuierlich besser werden oder deine Leistung für einen Wettkampf steigern? Dann ist Radsport Training nach Watt eine ziemlich effektive und interessante Option. Du siehst mit einem Wattmesser sofort, was du gerade leistest. Mit einer durchschnittlichen Wattzahl zu trainieren ist in jedem Fall anspruchsvoller als das Training nach Tempo- oder Pulswerten. Darüber hinaus handelt es sich um eine objektive Größe abseits des subjektiven Empfindens. Das ist definitiv sehr hilfreich beim Training und bei der gezielten Verbesserung von auftretenden Schwächen.

Ich lege dir das Radsport Training nach Watt nur dann nahe, wenn du wirklich gezielt deine Leistung verbessern willst. Das interessante an dieser Form des Trainings ist ganz klar, dass du den Wind und das Streckenprofil ganz ausschließt. Auf diese Weise wirst du am Berg gepusht und übertreibst es nicht am Anfang eines Rennens mit der Geschwindigkeit. Als Beispiel kann ich dir nennen, dass du auf einer ebener Strecke mit einem günstigen Wind plötzlich 35 km/h erreichst. Der Wattmesser zeigt aber nur 80 Watt an. Doch dann steht der Wind extrem ungünstig und du schaffst nur noch 21 km/h. Der Wattmesser zeigt aber stolze 250 Watt an. Dieses Beispiel zeigt schnell und deutlich die großen Nachteile von einem reinen Blick auf das Tempo, die gefahrenen Kilometer und die Pulsfrequenz. Rein objektive Faktoren sind dann doch besser geeignet und sorgen meiner Ansicht nach dafür, dass du gleichmäßiger und besser trainierst.

Tipps und Tricks rund um das Radsport Training nach Watt

Einfach nur einen Wattmesser am Fahrrad zu installieren bringt im ersten Moment nicht viel. Gleiches gilt aber auch für eine Durchschnittsgeschwindigkeit und für die Kilometeranzahl pro Training. Nehmen wir als Beispiel eine ganz besondere Trainingsfahrt, bei der du mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37 km/h unterwegs warst und fit Zuhause ankommst. Die Geschwindigkeit passt natürlich, doch die Frage nach der tatsächlichen Leistung bleibt bei einer Fahrt im freien weiter bestehen.

Schließlich kann es sein, dass besonders günstige Windverhältnisse diese Geschwindigkeit ermöglicht haben. Beim Radsport Training nach Watt kann so etwas nicht passieren. Deine Leistung ist messbarer und gleichmäßiger. Dafür musst du zunächst einmal deine durchschnittliche Wattzahl ausrechnen und klar bereit sein, deine Komfortzone mal zu verlassen. Radsport Training nach Watt ist nicht für die Radler gedacht, die sich ungerne Mühe geben und aufhören, sobald es richtig hart ist.

Meine wichtigsten Tipps und Tricks zum Training nach Watt lauten:

  • Berechne deine durchschnittliche Wattleistung
  • Setze auf einen hochwertigen Wattzähler und nicht auf ein minderwertiges Produkt
  • Nutze eine Analyse des Wattmessers oder führe vor der Anwendung einen Leistungstest durch
  • Beobachte deine Werte bei jedem Training und auf verschiedenen Streckenprofilen
  • Nutze diese Form der Leistungsmessung nicht ohne Erfahrung als Radsportler oder ohne das Wissen, wie die Werte zu lesen sind
  • Verwende gerade bei intensiven Trainingsrunden oder Bergfahrten unbedingt den Wattmesser

Wichtige Vorteile vom Training nach Wattradsporttraining watt

Es gibt meiner Erfahrung nach eine Vielzahl von Vorteilen beim Training nach Wattzahlen. Diese Vorteile solltest du vor einer weiteren Entscheidung ruhig einmal kennen:

  • Du erhältst eine schnellere Rückmeldung zu deiner Leistung
  • Bessere Analyse der Leistungsentwicklung und des Trainings
  • Die Gefahr von Übertraining sinkt und das Training ist besser zu steuern
  • Berechnung der verbrauchten Energie für eine optimierte Ernährung
  • Spitzenleistungen im Wettkampf erreichen Athleten oft erst durch das Training nach Watt
  • Bessere Steuerung von Intervallen
  • Die gesamten Zeiten verbessern sich in einem Wettkampf
  • Objektive Zahlen, die unabhängig vom Streckenprofil und vom Wind sind

Die Berechnung der durchschnittlichen Wattzahlen

An dieser Stelle kann ich dir aufgrund meiner Erfahrung nur nahelegen, dass du dich mit der richtigen Deutung der Zahlen beschäftigst. Eine Analyse am Computer oder ein Leistungstest sind daher von besonderer Bedeutung. Denn aufgrund äußerer Einflüsse wie dem Wind, dem Streckenprofil und der körperlichen Verfassung schwanken die Wattzahlen extrem. Ohne eine gute Analyse ist es dann sehr schwierig, etwas aus den Werten zu lesen. Da diese nicht so einfach zu werten oder umzusetzen sind, kann ich diese Trainingsform nur erfahrenen Radsportlern empfehlen. Anfänger fühlen sich in der Regel davon überfordert und können somit auch noch nicht richtig nach Wattzahlen trainieren.

Die Berechnung der durchschnittlichen Wattzahlen zur Orientierung beim Training sind aber gar nicht so schwer zu erreichen. Im ersten Schritt kann ich dir aber nur nahelegen, erst einmal deinen Wattmesser beim Training zu nutzen. Zeichne einige Trainingseinheiten auf und schaue dabei, wie es um deine durchschnittliche Leistung bestellt ist. Für die Berechnung deiner durchschnittlichen Wattzahlen wärmst du dich zunächst auf. Dann fährst du auf einer ebenen Strecke über einen Zeitraum von 20 Minuten mit der für dich maximalen Leistung. Dabei ist es wichtig, dass du konstante Geschwindigkeiten einhältst und gleichmäßig trittst.

Durch einen solchen Test kannst du deine Funktionsleistungsschwelle (FTP) ermitteln. Dieser Wert zeigt auch deine Grundfitness an und hilft dir dabei, dein Radsport Training nach Watt abzusolvieren. Der ermittelte Durchschnittswert ist dann der maximale Wattwert, den du erzielen kannst. Es ist immer sinnvoll, den Test regelmäßig zu wiederholen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, kürzere Zeitabschnitte von 5 oder 10 Minuten zum Test zu nutzen.

Fazit: Training nach Watt ist für ernsthafte Sportler unerlässlich

Wenn du ernsthaft trainieren und wirkliche Erfolge erzielen möchtest, ist meiner Meinung nach das Training nach Watt extrem wichtig. Du solltest dich weder im Wettkampf noch bei der Vorbereitung nur auf Pulswerte, Geschwindigkeiten und gefahrene Kilometer konzentrieren. Natürlich sollst du dich auch nicht zu sehr überfordern. Es geht beim Radsport Training nach Watt eher um eine objektive Darstellung der Leistung und um die Möglichkeit, gleichbleibend zu trainieren. Auf diese Weise verpulverst du deine Energie nicht schon auf den ersten Kilometern oder beim ersten Aufstieg.

Das ist für den Wettkampf extrem wichtig und so empfehle ich dir diese Form der Leistungsmessung ganz klar beim ernsthaften Training. Ambitionierte Sportler können sich die nicht gerade günstigen Wattmesser zulegen und trainieren nach sorgfältiger Analyse besser. Du solltest lediglich deine durchschnittliche Wattzahl zuverlässig berechnen. Darüber hinaus ist es ganz wichtig, dass du bei einem Wattmesser auf Qualität achtest und nicht die billigste Option auswählst. Mit solchen Modellen habe ich nämlich keine guten Erfahrungen gemacht. Solange du kein Anfänger beim Radsport bist, kannst du so deine Leistung zuverlässiger aufzeichnen. Du leitest dann aus deinen maximalen Wattwerten die Werte ab, die du für das tägliche Training benötigst. Dadurch kannst du nach klaren objektiven Zahlen trainieren, was in jedem Fall einen Vorteil darstellt.



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