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Welche Fahrradpumpe brauche ich für mein Fahrrad?

In den Anfangszeiten des Fahrrads zu Beginn des 18. Jahrhunderts stellte sich niemand die Frage: Welche Fahrradpumpe brauche ich? Die sogenannten Velozipede verwendeten schließlich  Stahlbänder oder massive Holzräder anstelle von Luftreifen. Kein Wunder also, dass das frühe Fahrrad den Spitznamen Knochenrüttler bekam. Luftreifen wurden in den 1880er Jahren entwickelt. Seither haben Radfahrer nicht nur seltener Kopfschmerzen, sie suchen auch regelmäßig nach der perfekten Fahrradpumpe.

Pumpen plus Radeln gleich Rollen

Es ist eigentlich ein einfaches Konzept: Wer sich die Frage „Welche Fahrradpumpe brauche ich“ stellt, will einen simplen Zweck erfüllen – den der Luftzufuhr zu einem Fahrradreifen. Fahrradpumpen haben folglich zwei Funktionen: sie halten Reifen auf dem empfohlenen Druckniveau und beheben Plattflächen. Haben die Reifen Ihres Fahrrads den richtigen Druck, verringert sich der Rollwiderstand und das Risiko von Reifenschäden nimmt ab. Ein zu niedriger Druck führt dagegen zu einer Beschädigung der Felgen.

Dennoch scheinen viele Pumpen hinter den Erwartungen zurückzubleiben. Deshalb habe ich diesen Leitfaden zusammengestellt. Hier erfährst du, worauf du beim Kauf einer Fahrradpumpe achten solltest.

Typen von Fahrradpumpen

Fahrradpumpen lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen. Stehende Pumpen sind für den Hausgebrauch oder die Werkstatt. Tragbare Pumpen, entweder in Originalgröße oder als Minipumpen, können Sie auf dem Fahrrad oder in Ihrem Rucksack mitnehmen. Der erste Schritt zur Beantwortung der Frage „Welche Fahrradpumpe brauche ich“ besteht schließlich darin, die gängigsten Arten von Fahrradpumpen kennenzulernen.

Standpumpe

Jeder Radfahrer braucht eine ordentliche Stand- oder Bodenpumpe. Diese Art von Fahrradpumpe wird fast immer mit einem langen flexiblen Schlauch, einem Manometer und einer großen Kammer für eine schnelle Luftübertragung verkauft.

Handpumpewelche fahrradpumpe brauche ich

Eine tragbare Handpumpe oder Minipumpe kann als alleiniges Mittel zum Aufpumpen von Fahrradreifen verwendet werden. Sie sollte jedoch nicht das Mittel der Wahl sein. Tragbare Pumpen sind eher für den Notfall oder gelegentlichen Gebrauch konzipiert und daher kompakt und leicht gehalten.

Das Hauptproblem ist, dass diese Pumpen den Ventilschaft belasten. Es gibt Pumpen auf dem Markt, die einen flexiblen Schlauch nutzen, um dieses Problem zu beheben. Sie müssen jedoch trotzdem länger pumpen als mit einer Standpumpe. In vielen Fällen ist es zudem schwierig, den idealen Druck zu erreichen.

Rahmenpumpe

Effektiv handelt es sich hierbei um eine längere, effizientere Handpumpe. Eine Rahmenpumpe ist so konzipiert, dass sie in das Dreieck eines Fahrradrahmens passt. Deshalb sind diese Fahrradpumpen größer dimensioniert, was oft eine effektivere Pumpleistung bedeutet. Rahmenpumpen findet man in der Regel auf Straßen- und Tourenrädern.

CO2-Pumpen

Mit komprimiertem Kohlendioxid lassen sich Ihre Reifen schnell aufpumpen. Dies sollte jedoch nur bei einem Plattfuß auf der Straße verwendet werden, da die Kartuschen teuer und verschwenderisch sind.

CO2-Pumpen sind winzige Einwegkartuschen. Wenn sie mit einem kleinen Adapter verwendet werden, erleichtern sie das Aufpumpen während eines Trips. Eine Kartusche kann einen Fahrradreifen auf circa 90psi aufpumpen. Das ist viel für ein Mountainbike und genug, um dich auf einem Rennrad nach Hause zu bringen. Wie bei Handpumpen bedeutet das Fehlen von Ventilen, dass du den Druck quasi erraten musst.

Ein häufiges Problem mit diesen Inflatoren besteht darin, dass du nur so viele Versuche hast, wie es Patronen gibt. Ein Ausweg ist eine Hybridpumpe, die sowohl eine CO2-Aufblasvorrichtung als auch eine Handpumpe kombiniert. Sie können das CO2 nutzen, wenn du es eilig hast oder es sparen, wenn du Zeit hast.

Schockpumpen

Hat dein Mountainbike einen Luftdämpfer oder eine luftgefederte Gabel, benötigst du eine Schockpumpe. Wie beim Reifendruck verliert ein Dämpfer oder eine Gabel mit der Zeit an Druck, unabhängig davon, wie gut die Teile gemacht sind.

Eine Schockpumpe ist so konzipiert, dass sie einen sehr hohen Druck bei einem winzigen Volumen erzeugt. Dies eignet sich perfekt für das präzise Pumpen einer Federung. Eine Hochdruckpumpe mit kleinem Volumen hat oft einen maximalen Druck von 300psi.  Schockpumpen liefern den für Aufhängungssysteme erforderlichen Hochdruck, der nicht mit anderen Arten von Fahrradpumpen erzeugt werden kann.

Was beim Kauf einer Fahrradpumpe zu beachten ist

Druck, Volumen, Zusatzausrüstung – was du beim Beantworten der Frage „Welche Fahrradpumpe brauche ich“ sonst noch beachten solltest, erfährst du nun.

Erforderlicher Druck

Nicht viele Menschen brauchen eine Fahrradpumpe, die bis 260psi reicht. Eine Pumpe mit höherem Druck ist oft ein Kompromiss für die Volumenleistung oder zumindest für die Messgenauigkeit. Aus diesem Grund bieten einige Marken Pumpenmodelle an, die speziell für Straßenfahrräder oder Mountainbikes entwickelt wurden. Einige Modelle bieten beeindruckend hohe Druckniveaus. Dies geht meist einer mit einer geringeren Druckgenauigkeit.

Benötigtes Volumen

Ähnlich wie beim Druck hängt dieses Kriterium von deinem Fahrrad ab. Eine Pumpe mit hohem Volumen bedeutet, dass weniger Hübe benötigt werden, um den gewünschten Druck zu erreichen. Im Allgemeinen liefern solche Fahrradpumpen aber auch einen niedrigeren Maximaldruck.

Da Mountainbike-Reifen ein viel größeres Volumen und einen niedrigen Druck haben, ist eine großvolumige Pumpe hier wichtiger. Wenn du schlauchlose Reifen hast, kann eine Pumpe mit einer massiven Volumenleistung ausreichen, um einen Reifen aufzupumpen, ohne auf einen Luftkompressor ausweichen zu müssen.

Manometer

Verschiedene Arten von Fahrrädern benötigen sehr unterschiedlich Reifendrücke. Ein schlauchloser Mountainbike-Reifen wird oft bei 25psi gefahren, während ein dünner Rennradreifen erst ab 130psi fahren kann. Größe, Schriftart und Farbe des Messgeräts sind daher wichtige Kriterien für die Frage „Welche Fahrradpumpe brauche ich?“ Diese Merkmale können die allgemeine Lesbarkeit eines Manometers stark beeinflussen.

Nur wenige Handpumpen verfügen über ein Manometer. Jede anständige Standpumpe sollte jedoch eins enthalten. Suchst du nach einem Modell, das leicht abzulesen ist und einen geeigneten Druckbereich für Ihre Bedürfnisse bietet?

Manometer sind häufig in der Mitte der Anzeige am genauesten. Nehmen wir an, du möchtest deinen Mountainbike-Reifen genau zwischen 23 und 25psi aufpumpen. Dann benötigst du eine Fahrradpumpe mit einem Manometer, das ein enges Druckspektrum hat. Eine Fahrradpumpe mit einem digitalen Messgerät ist auch eine Option, wenn du dich mit teureren Varianten befasst.

Pumpenköpfe und Ventiltypen

Presta (Rennstil) und Schrader (Autostil) sind die beiden häufigsten Ventiltypen, wobei gelegentlich auch ein Woods-Ventil zu finden ist. Fast alle Fahrradpumpen werden heutzutage zumindest für Presta und Schrader geeignet sein. Einige Pumpen sind dagegen ventilspezifisch und andere müssen erst umgebaut werden, um für verschiedene Ventile geeignet zu sein.

Ein Zweiventilkopf hat zum Beispiel zwei getrennte Schlitze für beide Ventile. Ein „Smart-Kopf“ passt sich dagegen automatisch an die verschiedenen Ventilgrößen an. Dann ist da noch der Gewindeanschluss, der eine zuverlässige Passform bietet, aber je nach gewünschtem Ventil umgedreht und gewechselt werden muss.

Wenn du Schläuche oder schlauchlose Ventile mit abnehmbarem Kern verwendest, achtest du darauf, dass einige aufschraubbare Pumpenköpfe das Ventil nach dem Aufblasen abschrauben können. Für diese Art von Ventil sind aufdrückbare Köpfe am besten geeignet.

Größe, Gewicht und Tragbarkeit

Wenn deine Fahrradpumpe ständig zuhause bleibt, ist die Größe nicht von großer Bedeutung. Wenn du jedoch planst, deine Pumpe auf einer Fahrt zu tragen, dann ist die Größe ein wichtiger Einflussfaktor bei der Frage „Welche Fahrradpumpe brauche ich?“. Die kleinsten Mini-Pumpen werden irgendwann einen Reifen aufblasen, sind aber offensichtlich in Bezug auf das Luftvolumen begrenzt.

Ähnlich wie bei der Größe ist das Gewicht kein Problem, wenn die Pumpe zu Hause gelassen werden soll. Hier ist eine robuste Pumpe, die nicht umkippt, ein willkommener Bonus. Aber wenn du die Fahrradpumpe mit dir herumtragen möchtest, sollte diese kein zu hohes Gewicht aufweisen.

Die teuersten Pumpen werden heute aus leichtem Aluminium oder sogar Kohlefaser hergestellt. Es gibt jedoch viele Kunststoffoptionen, die auch durchaus akzeptabel sind. Konzentriere dich nicht auf ein geringes Gewicht und vernachlässige dafür eine andere Eigenschaft, die dir wichtig ist. Gleichzeitig macht es natürlich auch keinen Sinn, zusätzliches Gewicht mit sich herum zu tragen, wenn es nicht dringend notwendig ist.

Inflationsgeschwindigkeit

Wenn wir als Menschen den Bedarf an ausreichendem Schlaf reduzieren könnten, könnten wir wirklich produktiv sein und hätten viel mehr Zeit zum Radfahren. Nicht wenige von uns schätzen folglich eine Fahrradpumpe, die uns nach dem Aufpumpen nicht nach Luft schnappen lässt, als ob wir gerade die Etappe Alpe d’Huez der Tour de France beendet hätten.

Konstruktion

Die Qualität der Konstruktion einer Fahrradpumpe entspricht oft dem Preis. Je teurer die Pumpe, desto mehr Metall enthält sie. Bei Standpumpen sind die billigsten Optionen aus Kunststoff. Sie verbiegen sich und wackeln unter starker Beanspruchung, bevor sie schließlich ganz den Dienst versagen. Modelle aus Metall sind solider, halten länger und sind es wert, gepflegt zu werden. Du bekommst, wofür du bezahlst. Die teuren Pumpen werden fast immer aus langlebigen Materialien hergestellt.

Zuverlässigkeit

Wer sich die Frage „Welche Fahrradpumpe brauche ich“ stellt, befasst sich früher oder später auch mit dem Thema Zuverlässigkeit. Eine Fahrradpumpe wird nicht das teuerste Zubehör sein, das du kaufen wirst. Doch es gibt nichts Schlimmeres, als eine Fahrradpumpe zu benötigen und herauszufinden, dass die einzig verfügbare gerade aufgegeben hat.

Das gilt umso mehr, wenn du planst, mit deiner Fahrradpumpe zu reisen oder wenn du dazu neigst, mit deinen Werkzeugen nicht allzu sorgsam umzugehen. Wenn du die Mittel hast, versuche, eine solide Investition zu tätigen, auf die du dich verlassen kannst.

Komfort

Du wirst es vielleicht nicht immer sofort bemerken, wenn deine Standpumpe unbequeme Griffe hat. Doch wenn du einmal deine Hände an die perfekte Fahrradpumpe gelegt hast, ist es schwer, zurückzugehen. Der Komfort hat letztendlich auch Auswirkungen auf die allgemeine Benutzerfreundlichkeit und die Aufblasgeschwindigkeit der Pumpe.

Es ist viel einfacher, etwas Breites, Gepolstertes und auf die Handflächen Abgestimmtes wiederholt nach unten zu drücken. Du wirst härter pumpen, ohne es zu merken und die Arbeit ist im Handumdrehen erledigt.

Gebrauchstauglichkeit

Die meisten Hersteller hochwertiger Fahrradpumpen bieten eine Reihe von gängigen Ersatzteilen, um Ihre Pumpe in Schuss zu halten. Die wichtigsten Ersatzteile sind die Kopf- und Ventildichtungen, da diese verschleißen und über die Zeit undicht werden. Kauf keine teure hochwertige Fahrradpumpe, wenn Ersatzteile nicht sofort verfügbar sind.

Fazit – Wie ernst meinst du es mit dem Radfahren?welche fahrradpumpe brauche ich für mein fahrrad

Wer sein Fahrrad vor jeder Fahrt entstauben muss, wird mit einer preiswerten Fahrradpumpe in mittlerer Qualität mehr als zufrieden sein. Gehörst du dagegen eher zu denen, die sich in jeder freien Minute auf den Sattel schwingen, dann investiere unbedingt in eine professionelle Pumpe, welche die Reifen schnell füllt und jahrelangen regelmäßigen Gebrauch übersteht. Mach dir keine Sorgen um das Budget. Eine ausgezeichnete Fahrradpumpe ist für weniger als fünfzig Euro erhältlich.

Eine Fahrradpumpe ist ein notwendiges Stück Fahrradausrüstung, um deine Reifen betriebsfähig zu halten und um deine Fahrt sicher zu gestalten. Denke also darüber nach, wo du fahren wirst, wie lange du unterwegs sein wirst und welche Art von Reifen du benutzt. Dann ist die Antwort auf die Frage „Welche Fahrradpumpe brauche ich“ nur noch einen entspannten Gang – oder eine Fahrradtour – zum nächsten Zubehörladen entfernt.



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