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Rennräder für Einsteiger: Wie finde ich mich zurecht?

Das richtige Rennrad zu finden ist nicht einfach, wenn man mit dem Radsport bisher noch nichts zu tun hatte. Ich habe jahrelang Radsport Trainingsgruppen für Unternehmer betreut und hier auch vielen Einsteigern in den Rennrad Sport geholfen. Die richtige Ausstattung ist hier sicherlich der erste Schritt in den Radsport. Entsprechend hier meine Tipps für Deinen perfekten Start mit einem Rennrad für Einsteiger.

 

Wo findest Du Rennräder für Einsteiger?

Eigentlich eignet sich jedes Rennrad auch für Einsteiger. Es ist allerdings hilfreich, wenn Du erst einmal einfach und ohne großes Invest startest. Aufrüsten kann man immer. Eine gute Auswahl – auch mit allen Unterarten von Rennrädern – findest Du u.a. hier.

Mittlerweile werden neben klassischen Rennrädern auch vor allem Gravelbikes und im Herbst / Winter Crosser gefahren. Mit einem Cross-Rennrad kann man auch mit einem zusätzlichen Laufradsatz im Sommer gut auf der Straße fahren.

Die Sitzposition: Das A und O

Bevor Du Dich mit allen anderen Dingen beschäftigst, ist die Sitzposition das wichtigste für einen Einsteiger in den Rennradsport. Hierbei geht es nicht darum, ob der Sattel bequem ist, sondern ob bei ausreichend hohem Sitz ein bequemes Sitzen möglich ist.

Um dies zu ermitteln, stellst Du den Sattel erst einmal derart ein, dass, wenn die Ferse Deines längeren Beines (diese sind oft verschiedene lang) auf die Pedale ist, das Knie nahezu durchgestreckt ist. Wenn Du nun den Lenker oben mittig anfasst und beide Füße auf die Pedale nimmst, so dass die Pedalachse unmittelbar unterhalb der Zehbasisgelenke ist, sollte es bequem sein. Hierbei musst Du vor allem darauf achten, dass Du wenig Druck auf den Händen hast und Dich nicht nach unten abstützen musst. Der Sitz ist recht aufrecht bei Anfängern und die Arme sind in den Ellenbogen ca. 30 Grad gebeugt. So werden Stöße von der Straße ideal abgefedert.

Ist der Lenker zu niedrig oder zu weit vorne, dann muss der Vorbau geändert werden. Dies ist das Teil, an dem der Lenker befestigt ist. Es gibt Vorbauten in verschiedenen Längen, meist von 6 bis 12 cm. Den Vorbau kann man auch umdrehen und so den Lenker absenken bzw. anheben.

Wenn die Sitzposition passt, ist das wesentliche geschafft!

 

Den Sattel und Lenker auswählen

Wenn die Sitzposition passt, dann geht es an die Auswahl des Sattels. Hier ist wichtig, dass Du Dich wohl fühlst. Meistens sind harte Sättel die schmal sind die besten – auch für Einsteiger. Mit der passenden Rennradhose gewöhnt man sich schnell daran. Zur Auswahl des Sattels kann man eigentlich nur in ein Fachgeschäft gehen und Probesitzen. Ich habe mir meist drei sehr verschiedene Sättel im Internet bestellt und diese dann auf einem Rollentrainer ausprobiert. Durch die schnellen Intervalle kann man unter Last schnell ein Gefühl bekommen, welcher Sattel passend ist.

Beim Lenker geht es darum, dass Du von der Lenkerbreite optimal aufgestellt bist. Der Lenker sollte in etwa so breit sein, wie das Maß zwischen Deinen beiden Schultergelenken. Wer breite Schultern hat, benötigt also auch einen breiten Lenker. Beim Lenker ist auch wichtig, dass Du entscheidest, ob dieser rund sein soll (Standard) oder eine ovale Grifffläche hat. Logischerweise musst Du auch ein passendes Griffband auswählen. Hier empfehle ich solche, die auch bei Regen nicht die Feuchte anziehen (also kein Kork).

 

Die Technik am Rennrad

Starte besser mit einer Ausstattung, die nicht zu hochwertig und teuer ist. Du wirst mit der Zeit merken, welche Dinge Du austauschen möchtest.

Kurbel und Gangschaltung

Ich empfehle Dir einen soliden 11-Gang Umwerfer am Hinterrad und vorne eine Kurbel mit 3 Kränzen oder eine Kompaktkurbel mit 2 Kränzen bei 50 und 34 Zähnen. Mit 3 Kränzen hast Du zwar mehr Gewicht am Rad, aber immer ausreichend Reserve in den Anstiegen.

Die Kurbellänge sollte bei 172,5mm liegen. Nur wer größer als 195cm ist, sollte sich mal eine Kurbel mit 175mm anschauen. Wer kleiner als 160cm ist, könnte mit einer Kurbellänge von 170mm hinkommen. Standard ist aber immer 172,5mm.

Pedalen

An die Kurbel kommt das Pedal. Hier kann ich Dir das Look Pedalsystem empfehlen. Es ist bewährt und sehr kompatibel. Auch wenn Du später einen Leistungsmesser kaufen möchtest, der über die Pedale funktioniert, geht das mit Garmin Vector ganz gut. Hier werden auch die Look Pedalplatten verwendet, so dass Du keine anderen Schuhe kaufen musst, bzw. Dich nicht umstellen musst.

Die Look Keo Pedalen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Das Basismodell reicht in jedem Fall aus und hält eine halbe Ewigkeit. Meine ersten Pedalen aus 2005 werden immer noch genutzt! Auch die Schuhplatten halten sehr lange.

werkzeug für fahrrad mit scheibenbremse

Bremsen

Bei den Bremsen setzt man mittlerweile auf Scheibenbremsen. Auch die bekannten Felgenbremsen sind hervorragend, aber nicht so gut zu dosieren. Bei Scheibenbremsen wird es allerdings teurer, wenn Du später einmal zusätzliche Laufräder kaufen möchtest, denn die Scheiben werden immer auf diesen fest montiert.

Laufräder und Bereifung

Ich empfehle Dir Laufräder mit Faltreifen, d.h. mit Schlauch und Mantel. So kannst Du auch unterwegs selbst flicken bzw. den Schlauch wechseln. Mit Dichtmilch kannst Du kleineren Löchern vorbeugen. Ich habe immer rund 30 ml Dichtmilch im Schlauch. Wenn es zu einem Durchstich kommt, versiegelt sich der Reifen meistens von selbst. Das ist unterwegs ideal und man bemerkt kleinere Löcher eigentlich nicht.

Die bestens Faltreifen, d.h. der Mantel, kommen von Schwalbe und Continental. Wichtiger als die Reifen ist aber der richtige Reifendruck (Anleitung hier).

Beleuchtung

Nimm nur Akkuleuchten – vorne und hinten. Alles andere wird Dich nerven auf Dauer, denn Kabel machen wenig Sinn. Achte darauf, dass Du wirklich gutes Licht hast und so gesehen wirst. Nichts ist besser als Schutz für Deine Sicherheit.

Tachometer

Es reicht völlig, wenn Du erstmal Deine Distanzen und die Geschwindigkeit siehst. Wenn Du später ernsthaft trainieren willst, brauchst Du einen Pulsmesser und vermutlich auch einen Watt- bzw. Leistungsmesser. Das kann man sich aber aufbewahren für nach ein paar Monaten.

 

Und dann: Auf zur ersten Tour

Wenn Du Dein Rennrad zusammengestellt hast, dann kann es zur ersten Tour losgehen. Viele gute Rennradtouren kannst Du im Internet finden. Du solltest die ersten Male im Abstand von 3 Tagen je 1-2 Stunden auf dem Rad sitzen und dann den Umfang leicht steigern. So gewöhnst Du Dich am schnellsten an den Sattel und die Sitzposition. Fahre vor allem nicht schnell und trete lieber kleine, leichte Gänge mit rund 90 Kurbelumdrehungen pro Minute.



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